Wettbewerbsfähigkeit ist ein Schwungrad – und so schiebst du es an

In den letzten Jahren habe ich begonnen, eigene und fremde Programme und Projekte mit etwas Abstand zu betrachten. Ich wollte verstehen, warum manche Initiativen erstaunlich gut funktionieren. Sie bleiben im Zeitplan, erreichen ihre Ziele und bleiben im Budget. Andere hingegen geraten ins Stocken, verlieren an Dynamik oder werden irgendwann still beerdigt.

Dabei fiel mir ein Muster auf. Es sind selten die Ideen oder die Technologie, die scheitern. Die meisten Projekte scheitern daran, dass sie an der falschen Stelle beginnen.

Was wäre, wenn wir im Unternehmen nicht lügen könnten? Teil 3 von 3

Die Digitalisierung von Prozessen im industriellen Umfeld gehört zu meinem Kerngeschäft. Das Thema wird grundsätzlich positiv aufgenommen. Schließlich würde kein aufgeklärter Unternehmer sagen, dass das alles völlig nutzlos ist. Ein unverbindliches Erstgespräch ist dann schnell vereinbart und die Freigabe, eine Analyse zu machen, fast logisch. Nach der Bestandsaufnahme sprechen wir dann über potenzielle Handlungsfelder. Auch hier wird großflächig zugestimmt.
Dann kommt der spannende Teil. Basierend auf der Analyse werden konkrete Use Cases erarbeitet. Wir zeigen auf, was heute passiert und was die Technologie verändern wird. Im Normalfall wird das zuerst im Führungskreis vorgestellt. Dort erkennt man bereits in den Reaktionen, dass allen klar wird, was das bedeutet.

Was wäre, wenn wir im Unternehmen nicht lügen könnten? Teil 2 von 3

Vor einigen Jahren habe ich einen Produktionsstandort übernommen, in dem Lean Management ein Fremdwort war.
Generell befanden wir uns in einer schwierigen Lage: Starkes Konkurrenzumfeld, niedrige Margen und intern waren unsere Prozesse alles andere als robust. Viel hing von einzelnen Personen ab. Das gesamte System war unflexibel. Wir konnten kalkulierte Werte nie zuverlässig erreichen.
Ein Mitarbeiter sagte einmal zu mir: „Dieses Werk ist auf einem Friedhof gebaut worden – hier spukt es!“ Immer wieder wurde ich mit Aussagen konfrontiert wie: „Das geht nicht schneller!“, „Ich habe alles versucht.“ Oder „Das ist gut genug.“

Was wäre, wenn wir im Unternehmen nicht lügen könnten? Teil 1 von 3

Ich durfte in den vergangenen Jahren unglaublich viel über Führung lernen. Wenn ich heute mit diesem Wissen auf mein früheres Ich zurückblicke, muss ich ehrlich sagen: Ich habe unendlich viele Fehler gemacht.
Ich bin ein netter Mensch. Mir war eine gute Stimmung im Unternehmen immer wichtig. Vielleicht sogar wichtiger als sie hätte sein dürfen. Harmonie war mir oft näher als Klarheit. Beziehung wichtiger als Ergebnis. Genau dort begann mein Problem.

Wie auch immer die Prognosen aussehen – manche Betriebe gewinnen immer.

Wie wird 2026 für Produktionsbetriebe? Je nachdem, wen man fragt, fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus. Die einen sehen erste Zeichen einer Erholung. Andere rechnen mit einer weiterhin zähen Phase und glauben, dass der große Turnaround noch auf sich warten lässt.
Moderates Wachstum, sagen die einen. Anhaltender Druck auf Kosten, Nachfrage und Margen, sagen die anderen. Kurz gesagt: Ob es besser oder schlechter wird, hängt stark davon ab, wen man fragt.

Macht ihr schon alles, damit der Herbst richtig stressig wird?

Macht ihr schon alles, damit der Herbst richtig stressig wird? Falls du dich jetzt fragst, was das soll, lies unbedingt weiter und schreib in die Kommentare, ob du das so oder in ähnlicher Form nicht schon erlebt hast.
Wenn im Herbst der Druck steigt, Termine drängen, Zahlen nicht passen und plötzlich alles gleichzeitig wichtig wird, dann ist das kein Zufall. Dann ist das meist die logische Folge von Entscheidungen, die jetzt nicht getroffen wurden.
In fast allen Unternehmen gibt es fixe Ankerpunkte im Jahr. Quartalsberichte, Halbjahresergebnisse und schließlich die große Jahresbilanz. An diesen Zeitpunkten wird gemessen, bewertet und diskutiert. Dann wird es oft hektisch. Es wird analysiert, nachgeschärft, umpriorisiert. Und nicht selten stellt man sich die Frage: „Warum fühlt sich das jetzt so mühsam an?“

Vergiss den Schulungsplan 2026!

Am Jahresbeginn werden oft die Schulungen für das Jahr geplant. In vielen Betrieben sieht das ungefähr so aus: Ein Schulungsplan wird erstellt. Wer geht wann auf welches Seminar? Wer vertritt wen in dieser Zeit? Wie viele Tage können wir uns leisten, dass jemand nicht im Betrieb ist? Der Plan ist meist sauber. Die Absicht dahinter auch und trotzdem bleibt am Ende oft ein ungutes Gefühl.
Denn klassische Schulungen haben ein paar systematische Nachteile, über die selten offen gesprochen wird. Sie sind teuer. Nicht nur wegen der Seminarkosten, sondern vor allem wegen der Ausfallzeiten. Sie reißen Mitarbeiter aus dem Tagesgeschäft und sie setzen darauf, dass Menschen sich Dinge merken, die sie erst Wochen oder Monate später brauchen.

Von „wir würden gerne…“ zu „so machen wir es!“

„Wir würden gerne produktiver werden.“ „Wir sollten unsere Prozesse besser im Griff haben.“ „Eigentlich wissen wir eh, was zu tun wäre.“ Solche Sätze hört man in vielen Betrieben und sie sind fast immer ehrlich gemeint. Niemand sagt sie aus Bequemlichkeit oder Desinteresse. Im Gegenteil: Sie entstehen meist aus dem aufrichtigen Wunsch heraus, etwas zu verbessern.
Und trotzdem passiert oft genau das nicht. Der Grund dafür ist selten fehlendes Wissen. Zwischen „wir würden gerne“ und „so machen wir es“ fehlt kein weiteres Konzept, kein neues Tool und kein zusätzlicher Workshop. Dazwischen liegt etwas viel Banaleres und gleichzeitig viel Anspruchsvolleres: konsequente Umsetzung.

Der Jahreswechsel ändert nichts, wenn du es nicht anders organisierst

Ein neues Jahr beginnt. Neue Ziele werden formuliert und neue Vorsätze gefasst. In vielen Betrieben spürt man im Jänner echte Aufbruchsstimmung: „Heuer packen wir’s an!“, „Jetzt bringen wir Ordnung rein!“, „Jetzt setzen wir die Dinge endlich um!“
Und dann? Ein paar Wochen später ist Februar und der Alltag hat wieder übernommen. Dringendes schlägt Wichtiges, meetings ersetzen Umsetzung und plötzlich läuft vieles wieder genauso wie zuvor. Nicht, weil die Leute keine Lust haben, oder weil Motivation fehlt, sondern weil der Jahreswechsel nichts ändert, wenn man es nicht anders organisiert.

Danke. Und warum ich das hier eigentlich mache.

Liebe Unternehmensgestalter, liebe Produktivitäts-Jäger, Macher und Umsetzer,
dieser Newsletter ist der letzte für dieses Jahr. Der nächste Produktivitäts-Pilot erscheint am 08.01.2026. Bevor wir hier noch über Produktivität, Führung, Lean oder Digitalisierung sprechen, möchte ich heute etwas anderes tun:
Danke sagen.
Danke, dass du diesen Newsletter liest. Danke, dass du mir über das Jahr hinweg deine Zeit geschenkt hast. Zeit ist das Wertvollste, was wir haben. Sie kommt nicht zurück und sie lässt sich nicht vermehren.
Dass du dich – vielleicht jede Woche, vielleicht hin und wieder – dafür entscheidest, ein paar Minuten davon mit meinen Gedanken zu verbringen, ist alles andere als selbstverständlich. Viele von euch lesen still mit. Ohne Kommentare. Ohne Likes. Ohne Nachrichten. Und trotzdem weiß ich: Ihr seid da.
Dieser Newsletter ist kein Massenprodukt und ich weiß es sehr zu schätzen, dass ihr es annehmt.