Ausgabe 138 13. August 2026

Ein schnelleres Gerät für dieselben Probleme

Liebe Geschäftsführerin, lieber Geschäftsführer,

nach fünf Jahren mit meinem MacBook habe ich mich für ein neues Modell entschieden. Vor allem wegen des Arbeitsspeichers. Diesmal wollte ich es aber anders machen. Nicht einfach per Wiederherstellung alles unverändert weiterschleppen, sondern ein frischer Neustart.

Also habe ich mir einen Setup-Plan gebaut. Und ich war überrascht, wie viele Positionen darauf standen. Ich habe das Prozedere abgearbeitet, und jetzt arbeite ich wieder so, wie es sein soll.

Auf dem Weg dorthin habe ich mich mit Dingen beschäftigt, die im Alltag nie Aufmerksamkeit bekommen. Läuft mein Backup wirklich so, wie ich glaube? Wo muss ich Passwörter ändern? Welche Dateien können weg? Welche müssen weg? Und welche Programme brauche ich eigentlich noch?

Jetzt läuft alles, und ich fühle mich erleichtert. Wie nach dem Schrank ausräumen, bei dem man sonst immer denkt, ach das behalte ich lieber noch. Diesmal nicht. Ich habe sozusagen mein 5S-Audit am Laptop gemacht.

Ein Systemwechsel ist die beste Gelegenheit zu prüfen, ob wir noch richtig unterwegs sind. Schleppen wir Ballast mit, der uns ausbremst? Ist das Wesentliche wirklich gesichert? Und wenn wir uns ohnehin neu aufstellen: Was machen wir ab jetzt anders?

Drei Hebel, die Sie jederzeit angehen können. Spätestens beim nächsten System-, Hardware- oder Softwarewechsel sollten Sie sie durchziehen.

Hebel 1

Digitales Aufräumen

Das Problem: Daten wachsen, aber niemand räumt auf. Alte Projektordner, drei Versionen derselben Kalkulation, Programme, die seit zwei Jahren niemand öffnet.

Warum das zählt: Wer nicht weiß, welche Datei die gültige ist, arbeitet mit der falschen. Das kostet keine Minuten, das kostet Entscheidungen.

Was zu tun ist: Legen Sie fest, wo welche Art von Information lebt. Ein Ort pro Zweck, nicht drei. Alles, was älter als zwei Jahre und ohne Zugriff ist, kommt ins Archiv. Nicht löschen, archivieren. Und deinstallieren Sie, was niemand nutzt.

Die Wirkung: weniger Suchzeit, klare Zuständigkeit, ein sauberes Fundament. Wer später automatisieren will, braucht genau das. Sonst automatisieren Sie das Chaos.

Hebel 2

Backups, die Sie auch geprüft haben

Das Problem: Fast jeder hat ein Backup. Kaum jemand hat es je zurückgespielt.

Warum das zählt: Ein ungeprüftes Backup ist eine Annahme, keine Sicherheit. Das merken Sie genau an dem Tag, an dem Sie es brauchen.

Was zu tun ist: Prüfen Sie, was gesichert wird, wie oft, und wohin. Eine Kopie muss außer Haus liegen. Dann machen Sie den Test: Holen Sie eine Datei aus dem Backup zurück. Wenn das nicht in Minuten klappt, haben Sie kein Backup, sondern ein Gefühl.

Die Wirkung: Sie wissen, wie lange ein Ausfall dauern würde. Diese Zahl gehört auf den Tisch der Geschäftsführung, nicht in die IT-Ablage.

Hebel 3

Passwörter und Zugänge

Das Problem: Zugänge sammeln sich an. Ehemalige Mitarbeiter, alte Dienstleister, Konten, die niemand mehr betreut.

Warum das zählt: Der häufigste Einstieg ist kein Hackerangriff. Es ist ein Passwort, das seit Jahren gleich geblieben ist.

Was zu tun ist: Ein Passwortmanager für alle geschäftlichen Zugänge. Zwei-Faktor überall dort, wo Geld oder Kundendaten hängen. Und einmal jährlich die Liste durchgehen: Wer hat noch Zugriff, obwohl er ihn nicht mehr braucht?

Die Wirkung: Ein Risiko, das Sie sonst still begleitet, verschwindet. Und beim nächsten Personalwechsel ist die Übergabe eine Frage von Minuten.

Fazit: Der Wechsel selbst ist nicht die Arbeit. Die Arbeit ist die Entscheidung, was Sie nicht mitnehmen. Wer den Ballast mitschleppt, hat nur ein schnelleres Gerät für dieselben Probleme.

3 Fragen für Sie
  1. Wann haben Sie zuletzt eine Datei aus Ihrem Backup zurückgeholt, um zu sehen, ob es funktioniert?
  2. Welche Software zahlen Sie jeden Monat, ohne dass sie jemand öffnet?
  3. Wer hätte heute noch Zugriff auf Ihre Systeme, obwohl er längst nicht mehr im Haus ist?

Wie denken Sie darüber? Teilen Sie Ihre Gedanken gerne auf LinkedIn und lassen Sie uns voneinander lernen.

Wenn Sie bei diesen Punkten Klarheit für Ihren Betrieb wollen: Ich schaue mir das gerne mit Ihnen an. Ein Erstgespräch kostet Sie eine halbe Stunde und ist unverbindlich.

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Martin Posarnig
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