Liebe Geschäftsführerin, lieber Geschäftsführer,
ich konsumiere so gut ich kann keine Nachrichten. Ganz einfach, weil sie mir meistens einfach nur den Tag versauen. Aber in einer digitalen Welt lässt es sich nicht vermeiden, dass immer wieder etwas reinschneit, sei es im LinkedIn-Feed oder auf YouTube. Wenn ich dann doch mal den Fehler mache, einen Beitrag anzuklicken, schlägt der Algorithmus knallhart zu und liefert mir ständig neues Material.
Bei dem heutigen Thema bin ich von meiner Linie ein wenig abgewichen und habe mir in den letzten Wochen gezielt ein paar politische Beiträge zum Thema „Länger arbeiten" angesehen, einfach weil ich verstehen wollte, warum es diese Diskussion überhaupt gibt. Die hat schon ein paar nachvollziehbare Ursachen, wobei ich ehrlich gesagt nicht alles davon verstehe oder verstehen will.
Da ich mehr aus der KI- und Optimierungs-Ecke komme, sehe ich die Diskussion von einer anderen Seite. Die KI entwickelt sich rasend schnell. Laut McKinsey Global Institute könnten schon heute 58 % der Arbeitsstunden in Europa technisch automatisiert werden, der Großteil davon Büroarbeit. Tendenz steigend. Dann kommen noch humanoide oder andere spezialisierte KI-gesteuerte Roboter ins Spiel, und kurz darauf sprechen wir darüber, dass wir jedem Bürger Geld und universelle Services wie Wasser, Strom und Internet kostenlos zur Verfügung stellen sollten. Also genau das Gegenteil von länger oder mehr arbeiten.
Beide Diskussionen werden öffentlich geführt, beide haben ein breites Publikum. Nur scheinen sie nichts voneinander zu wissen.
Wie immer fokussiere ich mich auf das, was ich beeinflussen kann. Die politischen Entscheidungen gehören nicht dazu. Was wir tun können, ist, uns auf die Zukunft von hybriden Organisationen vorzubereiten. Mit hybrid meine ich eine Mischung aus rein digitalen KI-Mitarbeitern, physischen KI-Mitarbeitern und menschlichen Mitarbeitern. Sie werden in Zukunft ganz natürlich miteinander arbeiten, und dorthin führen drei Schritte.
3 Schritte für Ihren Betrieb:
Ich weiß, das will keiner hören: langweilig, mühsam, aber notwendig. Bevor irgendein KI-Agent oder Roboter in Ihrem Betrieb wirklich etwas bringt, muss das Fundament stimmen. Prozesse, Systeme und Organisation müssen nicht perfekt sein, aber zumindest stabil und transparent. Auf einem Fundament, das wackelt, baut keine Technologie etwas Verlässliches.
Das Gute daran: Dieser Schritt zahlt sich schon heute aus, ganz ohne KI. Wer Prozesse klärt und Verantwortlichkeiten sichtbar macht, spart Euro und gewinnt Effizienz, sofort. Am Montag heißt das für Sie: Nehmen Sie sich einen einzigen Kernprozess vor, zum Beispiel die Auftragsabwicklung, und prüfen Sie, ob jeder in Ihrem Team ihn gleich erklären würde. Wenn nicht, haben Sie Ihr Fundament gefunden, an dem Sie zuerst arbeiten.
Sobald das Fundament trägt, folgt KI-Integration in die Breite, nicht als Insellösung für Einzelne. Jeder in Ihrem Betrieb sollte zumindest KI-Basis-Skills mitbringen, vom Büro bis in die Fertigungssteuerung. Genau darin liegt der Hebel: Schon diese breite Qualifikation hebt die Produktivität, bevor ein einziger spezialisierter Agent im Einsatz ist.
Ziel ist eine erste hybride Organisation aus KI-Agenten und Mitarbeitern, die tatsächlich zusammenarbeiten. Das geht heute schon, kein Abwarten nötig. Für Sie heißt das konkret: Legen Sie fest, wer in Ihrem Team als Erstes lernt, KI-Werkzeuge für die eigene Aufgabe einzusetzen, und machen Sie diese Person zum Vorbild für die anderen.
Der am weitesten entfernte, aber transformativste Schritt: Robotik in Kombination mit KI. Nicht nur Humanoide, sondern alle Arten KI-gesteuerter Roboter, wahrscheinlich mit einem KI-ERP im Hintergrund. Für die meisten Betriebe klingt das heute noch nach ferner Zukunft, gerade deshalb lohnt sich der Blick jetzt schon.
Auch dieser Schritt bleibt vorerst hybrid: Menschen, KI-Agenten und KI-Roboter unter einem Dach, in einem natürlichen Miteinander. Selbst wenn dieses Szenario erst in zehn Jahren eintritt, und ich halte das für realistisch, eher früher, tut man gut daran, sich jetzt Gedanken zu machen. Konkret für Sie: Schauen Sie sich an, welche Ihrer Prozesse heute schon so beschrieben sind, dass später auch ein Roboter oder ein KI-System sie übernehmen könnte. Das ist die Vorarbeit, die zählt.
Und damit zurück zur Ausgangsfrage. Wenn sich die Dinge so entwickeln, brauchen wir dann wirklich längere Arbeitszeiten? Gibt es in zehn oder zwanzig Jahren überhaupt noch so etwas wie eine 40-Stunden-Woche?
Schon 1930 hat der Ökonom John Maynard Keynes vorhergesagt, dass wir hundert Jahre später vier- bis achtmal so wohlhabend leben würden wie damals. Damit lag er ziemlich genau richtig. Bei seiner zweiten Vorhersage aus demselben Text, einer 15-Stunden-Woche, lag er daneben. Vielleicht war er damit nur zu früh dran.
Wie denken Sie darüber? Teilen Sie Ihre Gedanken gerne auf LinkedIn und lassen Sie uns voneinander lernen.
Wenn Sie herausfinden wollen, wo Ihr Betrieb bei diesen drei Schritten steht, biete ich ein kostenloses Erstgespräch an, 30 Minuten, ohne Pitch.
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