Liebe Geschäftsführerin, lieber Geschäftsführer,
Sie haben Liegengebliebenes abgearbeitet.
Ich weiß das, weil ich es jahrelang genauso gemacht habe. Wenn im Sommer der Betrieb ruhiger wurde, die halbe Belegschaft im Urlaub war und das Telefon endlich still blieb, habe ich nicht durchgeatmet. Ich habe aufgeräumt. Den Stapel abgearbeitet, der sich seit März angesammelt hatte. Rechnungen, liegengebliebene Freigaben, das Angebot, das ich seit Wochen vor mir herschob.
Es hat sich produktiv angefühlt. Am Ende des Sommers war der Schreibtisch leer – und ich genau dort, wo ich im Frühjahr aufgehört hatte. Dieselben strukturellen Baustellen, dieselben offenen Fragen, nur ein Jahr älter.
Heute weiß ich: Der Sommer ist nicht die Zeit, um den Stapel kleiner zu machen. Es ist die einzige ruhige Phase im Jahr, in der Sie am System arbeiten können statt nur im System.
Und wenn ich heute noch Geschäftsführer wäre, würde ich genau dieses Fenster für ein Thema nutzen, das im Tagesgeschäft immer untergeht: die strukturierte, sichere Einführung von KI.
Nicht „mal eben ChatGPT ausprobieren". Sondern das Fundament legen, auf dem KI später wirklich trägt. Drei Hebel, in dieser Reihenfolge:
Die meisten starten bei der Technologie – welches Tool, welcher Anbieter. Das ist die falsche erste Frage. Wer ohne klares Ziel startet, baut teure Spielereien statt Lösungen für echte Engpässe.
Nutzen Sie die ruhige Phase, um nüchtern zu schauen, wo in Ihrem Betrieb wirklich Zeit und Marge verloren gehen. Erst der Engpass, dann das Werkzeug.
KI ohne Struktur beschleunigt nur das Chaos – und reißt Datenschutz- und Sicherheitslücken auf, die im Stress niemand sieht. Gerade im Mittelstand entscheidet das Fundament darüber, ob KI ein kontrollierbares Werkzeug bleibt oder ein Risiko wird.
Klären Sie jetzt in Ruhe die Grundlagen: Welche Daten dürfen rein, welche nicht? Wer hat Zugriff? Welche Regeln gelten?
Das ist undramatisch – und genau deshalb bleibt es im Alltag liegen. Wer diese Fragen vor dem ersten Projekt beantwortet, spart sich später die teure Korrektur.
Aus „endlich Zeit" werden zehn parallele Mini-Experimente, von denen keines fertig wird. Ein abgeschlossener Anwendungsfall überzeugt Ihr Team mehr als zehn angefangene.
Wählen Sie einen konkreten, abgegrenzten Use Case und bringen Sie ihn bis zum Herbst sauber zu Ende – inklusive Prüfung durch den, der die Materie fachlich kennt.
Im September haben Sie dann kein Versprechen, sondern ein Ergebnis, das andere sehen können.
Fazit: Der Holzfäller, der mit stumpfer Axt immer härter schlägt, kommt nicht schneller voran – er wird nur müder. Der Sommer ist die Zeit, in der Sie die Axt schärfen. Strukturierte KI-Einführung ist genau das: einmal in Ruhe das Werkzeug schärfen, statt im Herbst wieder mit voller Kraft ins Stumpfe zu hauen.
Wie denken Sie darüber? Teilen Sie Ihre Gedanken gerne auf LinkedIn und lassen Sie uns voneinander lernen.
Wenn Sie diesen Sommer das Fundament für eine strukturierte KI-Einführung legen wollen, statt es ins nächste Jahr zu schieben — lassen Sie uns in Ruhe darüber sprechen.
Termin vereinbaren →Sie haben Fragen oder möchten mir Feedback zum Newsletter geben? Melden Sie sich gerne über LinkedIn oder per E-Mail an martinposarnig@mpdigital.at.