Ausgabe 118 6. Oktober 2025

Wer hilft dir eigentlich, die richtigen Entscheidungen im KI-Zeitalter zu treffen?

Liebe Geschäftsführerin, lieber Geschäftsführer,

es gibt Entscheidungen, die kannst du nicht delegieren. Nicht ins Führungsteam, nicht an Mitarbeiter, genauso wenig an externe Partner. Ich kenne das gut aus meiner eigenen Zeit als Geschäftsführer.

Natürlich gab es Austausch mit anderen Geschäftsführern. Aber oft passte der Führungsstil nicht. Oder die Situation war eine völlig andere. Und im eigenen Unternehmen? Da gibt es Themen, die du schlicht nicht offen platzieren kannst, ohne Dynamiken auszulösen, die du nicht willst. Das Ergebnis: Du triffst Entscheidungen oft alleine.

Das Problem ist, dass du oft über Dinge entscheiden musst, von denen du nicht alles weißt. Einerseits wird erwartet, dass du schnell entscheidest, andererseits solltest du alles durchdacht haben. Doch genau das wird gerade nicht einfacher. Im KI-Zeitalter steigt vor allem eines: die Anzahl und Tragweite der Entscheidungen, die auf deinem Tisch landen.

Heute möchte ich dir drei Fragen mitgeben, die aktuell bei vielen Geschäftsführern auf dem Schreibtisch liegen.

Frage 1

Wie treffe ich im KI-Zeitalter überhaupt noch strategische Entscheidungen?

Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologie gerade entwickelt, macht viele klassische Strategien brüchig. Was ist heute noch „strategisch", wenn sich Technologien im Halbjahresrhythmus verändern? Welches System setzt sich durch? Welche Investition ist in zwei Jahren noch relevant?

Viele Geschäftsführer reagieren darauf mit Zurückhaltung oder Aktionismus. Beides ist gefährlich. Die Lösung liegt nicht darin, alles vorher wissen zu wollen, sondern darin, Struktur in die Unsicherheit zu bringen.

Du brauchst einen klaren Nordstern – ein Zielbild für dein Unternehmen auf Sicht von 36 Monaten. Nicht perfekt, nicht endgültig, aber klar genug, um Orientierung zu geben. Gleichzeitig brauchst du kurze Umsetzungszyklen von 6–9 Monaten, in denen du bewusst ausprobierst, anpasst und weiterentwickelst. Die Kunst liegt in der Balance: Wer langfristig starr plant, verliert den Anschluss. Wer nur noch reagiert, verliert die Richtung.

Frage 2

Was mache ich mit Mitarbeitern, die durch KI plötzlich keine Arbeit mehr haben?

Das wird Realität – in vielen Unternehmen schneller, als es heute noch angenommen wird. Es wird Aufgaben geben, die wegfallen, und damit auch Rollen, die in ihrer bisherigen Form nicht mehr gebraucht werden. Das ist unangenehm, aber es gehört zur Wahrheit dazu.

Die Frage ist nicht, ob das passiert. Die Frage ist, wie du damit umgehst. Es gibt keine pauschale Antwort, aber klare Handlungsoptionen: Positionen bewusst nicht nachbesetzen, Mitarbeiter gezielt weiterentwickeln und intern neu einsetzen, neue Rollen aufbauen, die durch die Transformation entstehen – und im Zweifel auch Personal abbauen, wenn Wachstum nicht mithält.

Wenn dir dieser Gedanke unangenehm ist: gut. Dann bist du an einem Punkt, an dem du Verantwortung wirklich spürst. Wichtig ist, dass du dir zeitnah Gedanken über diese Fragen machst.

Frage 3

Wie stelle ich sicher, dass ich selbst bei KI am Ball bleibe?

Du hast heute schon genug auf dem Tisch: Personalthemen, Budgetentscheidungen, Investitionen, Kunden, Kooperationen. Und jetzt kommt noch ein Thema dazu, das strategisch nicht ignoriert werden darf: KI.

Du kannst dich nicht nebenbei tief in dieses Thema einarbeiten – und gleichzeitig kannst du es auch nicht aus der Hand geben. Du brauchst jemanden, der mitdenkt. Der dir Themen strukturiert aufbereitet. Der dir in verständlicher Sprache erklärt, was möglich ist und was nicht. Jemanden, der dich dabei unterstützt, die richtigen Fragen zu stellen, bevor du Entscheidungen triffst.

Das sollte aus meiner Sicht kein Mitarbeiter sein, dem gegenüber du am Ende immer weisungsbefugt bist, sondern ein echter Sparringspartner auf Augenhöhe.

3 Fragen zur Reflexion
  1. Welche dieser drei Fragen liegt aktuell konkret auf deinem Schreibtisch?
  2. Bei welcher Entscheidung fehlt dir aktuell die nötige Klarheit?
  3. Mit wem kannst du heute wirklich offen über diese Themen sprechen?

Wenn du merkst, dass genau diese Fragen bei dir offen sind und du dir mehr Klarheit für deine nächsten Entscheidungen wünschst – lass uns sprechen. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam darauf, wo du stehst und welche nächsten Schritte für dein Unternehmen wirklich Sinn ergeben.

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Sie haben Fragen oder möchten mir Feedback geben? Ich freue mich über jede Nachricht – per LinkedIn oder per E-Mail an martinposarnig@mpdigital.at.

Ihr Produktivitäts-Pilot,
Martin Posarnig

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